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Walter Bertelsmann (1877-1963)/Bertelsmann-Haus

Walter Bertelsmann (* 2. Januar 1877 in Bremen; † 11. Februar 1963 in Worpswede) war ein deutscher Landschaftsmaler, der zunächst eine Lehre als Tabakkaufmann machte und dann bis 1902 in der väterlichen Tabakfirma als Prokurist tätig war.

1898 nahm er ersten Mal Unterricht bei Prof. Wilhelm Otto in Bremen. 1902–1904 war er Schüler von Hans am Ende in Worpswede und wirkte sein Leben lang als Landschaftsmaler in der Künstlerkolonie, als Letzter der „Alten Worpsweder Meister“. 1905 stellte er zum 1. Mal in der Bremer Kunsthalle aus. 1910 war er in Leipzig auf der Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes mit seinem Bild „Märzsonne“ vertreten. 1912 heiratete Bertelsmann die Hamburger Malerin Erna Lundbeck (* 12. Juli 1880). Sie hatten 3 Kinder, der 1942 in Russland gefallene Sohn Jürgen Bertelsmann (* 18. Februar 1913) war ebenfalls Maler. Die beiden Töchter wurden Musikerinnen, Hilda wurde Pianistin und Renate Sängerin.

Werk:

Walter Bertelsmanns Motive waren die Worpsweder Landschaft mit dem Weyerberg, Wiesen und Felder der Hammeniederung, Überschwemmungen oder das stille Moor. Er entdeckte als Erster die Schönheit der Niederelbe und Unterweser und wurde so als „Wassermaler“ bekannt. Aus frischen Studien in der freien Natur entwickelte er im Atelier größere Gemälde meist auf Leinwand mit Ausarbeitung der Details. Neben seinen Ölgemälden sind auch Aquarelle mit maritimen Motiven erhalten. Walter Bertelsmann fing sein Motiv aus einer erhöhten Position im Querformat ein und konnte so die Weite der flachen Landschaft vermitteln. In genauer Kenntnis der Wirkung der Kontrastfarben arbeitete er mit kurzen, oft filigranen Strichen, mit denen er eindrucksvolle Stimmungen („Spätabends“) schaffte, in denen er das gleißend flirrende Licht am Strand oder eine zarte Winterlandschaft einfing. So lassen sich seine Werke zum Großteil dem Impressionismus zuordnen (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Bertelsmann).

Literatur:

- Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts, Bestands-Kataloge der Kunsthalle Bremen, I. Bremen 1973.

- Thomas Felgendreher: Walter Bertelsmann: vom Bremer Kaufmann zum Worpsweder Maler. Lilienthal 2005. ISBN 3-927723-91-6

- Günther Busch: Worpsweder Biographie. Worpswede gestern und heute. Enth. außerdem: Ernst von der Heide: Worpswede und Rainer Maria Rilke. Verden/Aller 1948.

Der Autor Thomas Felgendreher hat übrigens auch ein Werksverzeichnis des Malers verfasst, das bisher etwa 500 Bilder umfasst. Es wird hoffentlich noch weiter wachsen und vielleicht später mal von Thomas Felgendreher veröffentlicht werden. An Informationen über Walter Bertelsmann bzw. Gemäldeabbildungen mit Bezeichnung und Größe ist Herr Felgendreher sehr interessiert - Kontakt bitte per Mail an: DresFelgendreher@t-online.de

Heute gibt es in Worpswede Walter Bertelsmann zu Ehren den Walter-Bertelsmann-Weg sowie das Bertelsmann-Haus (Im Rusch 8) mit seinem blau gestrichenen Ständerwerk, das zu den ältesten Bauernhäusern in Worpswede gehört.