Feodor Szerbakow (1911-2009)

27726 Worpswede
Feodor Szerbakow wurde am 20.2.1911 in Eckertsdorf (Ostpreußen) geboren - bis zu seinem Tod 2009 ansässig in Seebergen (Fischerhude).

Russisch/Deutscher Landschafts- und Stilllebenmaler.

1928 verlässt er seine Heimat und kommt nach Stettin. Der junge Mann aus den stillen Wäldern will Maler werden. Weil er kein Geld hat, bezahlt er seinen Kunstlehrer mit Tuschezeichnungen. Auch später noch werden seine Förderer mit Bildern entlohnt. Als der masurische Bauernjunge mit der Natur im Herzen und dem Pinsel in der Hand nach Berlin zieht, um an der Kunsthochschule bei Buchholz, Hentschke und Lange Malerei zu studieren, war die Heimat entfernter denn je.

Großstadthektik, Trubel, schneller Alltag, Lärm, wieselnde Menschen, geschäftig wie Ameisen in ihrem Bau. 1933 kommt er mit seiner Frau Frieda nach Worpswede. Das Teufelsmoor, die Flusslandschaft, die Stille und die Einsamkeit in ihrer ganzen Pracht haben es dem Künstler angetan. Dort will er bleiben.

Der große Otto Modersohn wird sein Vorbild, sein Lehrer. Er ist sein gelehriger Schüler, ohne die eigene Handschrift zu verlieren. Meister und Zögling arbeiten zusammen, sind künstlerisch eng verbunden. Bald ist aus dem Schüler selbst ein Meister geworden. Das jähe Ende künstlerischen Schaffens kommt mit dem Zweiten Weltkrieg. Er wird dienstverpflichtet. Auch lange nach dem Krieg ruhen Pinsel und Palette. Zu schwer lasten die Erlebnisse der Jahre. Nach dem Kriege folgten längere Studienaufenthalte in der Südsee. Gelegentliche Ausstellungen gibt es noch, doch er hat inzwischen ein anderes Steckenpferd entdeckt, das ihn zu wissenschaftlicher Neugier treibt: die Botanik.

Zurückgezogen mit der Familie lebt der Landschaftsmaler und züchtet auf einem dafür kultivierten Ödland exotische Blumen und Zierpflanzen. Erst in den 70er Jahren macht das Herz des mittlerweile außerordentlich versierten Botanikers der Malerei wieder Platz. In der Fortsetzung des Künstlerlebens bleiben Erfolg und Anerkennung nicht aus.

Vertreter der impressionistischen Malerei. Wurde bekannt durch seine Landschaftsbilder vom Teufelsmoor, die Weite der Landschaften lädt den Betrachter nicht nur zum Verweilen ein, sie wecken außerdem die Sehnsucht, die unberührte Natur zu entdecken, das Ziehen schwerer Wolken als faszinierendes Himmelsspiel zu begreifen (Quelle: www.auktionshaus-aldag.de).

Literatur: Kurt Pillnick, "Feodor Szerbakow - Die Kunst bestimmt sein Leben", Großbuchbinderei Kuhlmann, Oldenburg 1991.